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Pulled Pork Party*

11. April 2017
glutenfreies Pulled Pork mit Pilsener von Pionier

Vor ein paar Wochen kam bei mir alles zusammen – Fernweh, Tatendrang, Feierlaune und ein überraschend nettes Angebot von Pionier, dem ersten glutenfreiem Pilsener Bier, mit dem ich quasi alle meine aktuellen Bedürfnisse unter einen Hut bringen konnte. Und so schmiss ich kürzlich eine kleine Pulled Pork Party in meinen wunderschönen vier Wänden mit einer Handvoll lieber Menschen, die mehr gegessen und getrunken hatten, als ihnen lieb war. Es war aber auch ein verdammt leckerer, lustiger und langer Tag.  

Doch von vorne: Kanada, meine letztes Urlaubsziel, war meilenweit entfernt und die letzte lange Urlaubsphase damit leider auch. Nur wohin mit all dem Fernweh, wenn der Geldbeutel und das Chronometer die Langstrecke bestreiken?

Empfehlung Nummer 1: Ab ins Restaurant und landesübliche Kost verspeisen. Doch für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit ist das oft ein heikles Unterfangen. Ist alles glutenfrei? Also wirklich? Und was trinken? Vino, Limo, Wasser? Und was, wenn einem zum Beef Brisket oder Pulled Pork doch eher nach Bier ist? Sollte es dann nicht auch Bier sein? Im Urlaub ging das ja auch ohne Weiteres, denn in Kanada gibt es eine recht gute Auswahl an glutenfreiem Bier in Restaurants und und Bars. Aber glutenfreies Bier in hiesigen Restaurants zu finden, ist so ähnlich wie die Geschichte mit der Nadel und dem Heuhaufen. Nur das es bei diesem Spiel keine Nadel im Heuhaufen gibt. Oder kennt jemand von euch nur ein einziges Restaurant oder eine Bar in Deutschland, am liebsten in NRW, wo glutenfreies Bier angeboten wird? Wenn ja, meldet euch bitte bei mir. For real.

Glutenfreies Pulled Pork im kanadischen Style.

Hm…war das ein Urlaub. Hier seht ihr mein erstes glutenfreies Pulled Pork – bei bestem Wetter in Gastown, Vancouver, gegessen.

Empfehlung Nummer 2: Ab in die Küche und selber kochen. Ehrlich gesagt nicht gerade die bequemste Art den Urlaub in den Alltag zu holen. Aber wie bequem sind schon Magenschmerzen und hängende Mundwinkel nach einem Restaurantbesuch? Abgesehen davon passt die Idee des Selberkochens sehr viel besser zu meinem Charakter. Hege und pflege ich doch in der Küche eine gewisse Neugierde, die ich mit immer wieder neuen Gerichten und Herausforderungen befriedigen mag.

Mit einem Gericht wie Pulled Pork, was ich zum ersten Mal in Vancouver vor der „Gassy Jack“-Statue gegessen habe, wäre sicher auch mein derzeitiger Tatendrang ausgesprochen gut bedient. Da man Pulled Pork in der Regel nicht nur für eine Person zubereitet, es sei denn, diese Person hat Lust die nächsten 14 Tage nichts anderes zu essen, kam das Angebot von Pionier, für mich und meine Freunde mit dem glutenfreien Pils zu kochen, genau zum richtigen Zeitpunkt. Das Rezept und die Gestaltung der Party durfte ich mir selber aussuchen – und die große Kiste Pionier wurde mir, nach einer ersten leckeren Testrunde, gestellt.

Der ein oder andere unter euch wird das Pils von Pionier vielleicht schon kennen. Ich kannte es bis vor Kurzem noch nicht, da ich weder einen Edeka noch einen Trinkgut in der Nähe habe und gar nicht mehr auf die Idee käme, in die entsprechenden Regale des Einzelhandels zu schauen. Bier war für mich hierzulande einfach nicht mehr existent. Umso feiner also das Angebot, Pionier auszuprobieren. Nach meiner ersten Flasche war ich etwas verunsichert…schmeckt(e) so Bier? Ein guter Freund versicherte mir dann aber, dass Pionier nach einem leckeren Pils schmeckt. Und so wurde gleich noch eine zweite Flasche für einen jeden von uns geöffnet. Hehe.

Der einzige, feine Unterschied zu klassischem Pils ist die bei der Brauerei verwendete Gerstenart. Die spezielle Gerste wurde durch jahrelange Kreuzungen, ganz ohne Gentechnik, von australischen Forschern geschaffen. Laut Hersteller ist es so gelungen, den Glutenanteil unter die kritische Größe von 20mg/kg zu bekommen, weshalb auch die Deutsche Zöliakie Gesellschaft ihr Prüfsiegel für das Bier vergeben hat. Anbau, Pflege, Ernte und Transport der Gerste erfolgen mit äußerster Sorgfalt, so dass das Pionier nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut wird. Das schaffen die Kanadier nicht… Bisher gibt es Pionier ausschließlich als Pilsener, die beliebteste Sorte in Deutschland. Das darf man in der Altbier-Hochburg, in der ich lebe, nicht zu laut sagen…hehe.

Kommen wir nun aber zu der leckeren Pulled Pork Party die von Pionier gesponsert wurde. Ausgerichtet habe ich das Essen, insbesondere das Pulled Pork, für insgesamt zehn Personen. Zumindest wenn man den Angaben der verwendeten Rezepte Glauben schenken mag. Doch so ziemlich alles was aufgetischt wurde, haben wir zu sechst weggefuttert. Deshalb bin ich so frei und gebe euch bei der Fleischzubereitung die Menge für sechs Personen an. Sollte wider Erwarten bei euch etwas vom Pulled Pork übrig bleiben, könnt ihr es die nächsten ein, zwei Tage noch ohne Bedenken essen oder andernfalls gut verpackt einfrieren und bei Belieben wieder auftauen.


Zutaten

Pulled Pork Salad Bowls für sechs Personen (oder zehn gemäßigte Esser)

Pulled Pork

2.500 g Schweinenacken, ohne Knochen
5 Flaschen Pionier Pilsener
2 TL Senf, mittelscharf
Rub

Rub

6 TL Chili(pulver)
5 EL Knoblauchgranulat
4 EL Meersalz
3 EL schwarzer Pfeffer (frisch gemahlen)
3 EL Paprika (süß)
3 TL Zwiebelgranulat
1 EL brauner Zucker

Darüber hinaus benötigt ihr für die Pulled Pork Salad Bowl

Salat und Beilagen nach Wahl, bspw.
Blattsalat
Coleslaw
Rotkohl-Orangen-Salat
Mais-Salsa
Möhrensalat
Sour Cream
Tabasco-Sauce
BBQ-Sauce
Koriander
Sprossen
Ananas
Feta
gekochte Pinto-Bohnen
Limetten-Wedges
Avocado-Scheiben
Tortilla-Chips
Jalapeños

Auch diese Salate durften bei der Pulled Pork Party nicht fehlen. Orangen-Rotkohl-Salat, Coleslaw, Möhrensalat und grüner Blattsalat. Die Rezepte findet ihr ebenfalls auf meinem Blog.

Grundlage einer jeden Salad Bowl sind, genau, Salate. Glutenfrei, vitaminreich und schön knackig. Ideal als Grundlage für ein glutenfreies Pulled Pork.


Zubereitung

Noch nie in meinem Leben habe ich ein größeres Stück Fleisch zubereitet. Nicht, dass ich Panik verspürte…aber eine gewisse Portion Respekt hatte ich schon. Ehe ich mich also jung und naiv an die Zubereitung des Pulled Pork gewagt habe, durchforstete ich dezidiert meine Kochbücher und das Internet nach bewährten Rezepten und nahm sämtliche Tipps zu Fleisch und Rub und Co in mir auf. Nützlich waren besonders die Rezepte von Danja und Jens, die mir zur Zubereitung als Grundlage gedient haben. Besonders Danjas Seite Feinkostpunks hat mich mit so vielen Informationen und einer sehr guten Anleitung durch den Zubereitungsprozess begleitet, dass ich ihr an dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön aussprechen möchte. Auch wenn sie gerade eine kleine Blog-Pause einlegt, die ihr bei über 500 Rezepten mehr als gegönnt sei, solltet ihr einmal auf ihrer Seite vorbeischauen. Es lohnt sich!

Neben einem guten Stück Fleisch (Tipp: um trockenes Pulled Pork zu vermeiden, nehmt nicht weniger als 2 kg Schweinenacken), ist bei der Zubereitung von Pulled Pork mit das Wichtigste das Timing. Kauft zwei Tage vor der Zubereitung den Schweinenacken bei der Metzgerei eures Vertrauens. Idealerweise bestellt ihr das Fleisch einige Tage vorab, so dass ihr an Tag X auch wirklich das Schweinefleisch mit nach Hause nehmen könnt. Möchtet ihr das Fleisch schon am Mittag servieren, so wie ich, lohnt es sich, die Zubereitung auf den Vortag zu legen. Andernfalls werdet ihr eine schlaflose Nacht vor euch haben.

Timeline für mein Mittagessen am Sonntag war folgende: Montags bei der Metzgerei das Fleisch bestellen. Solltet ihr kein Fleischthermometer haben, fragt jetzt in eurem Freundes- und Bekanntenkreis oder gar beim Metzger nach. Es wird euch gute Dienste leisten. Donnerstags holt ihr das Fleisch ab und mariniert es. Freitags werden die übrigen Zutaten gekauft. Samstags bereitet ihr das Fleisch zu – voraussichtliche Dauer liegt bei etwas mehr als zwölf Stunden. Achtung: In der Zeit solltet ihr zu Hause bleiben. Sonntags müsst ihr nur maximal 20 Minuten zum Aufwärmen des Fleisches einplanen.

Noch sind 2,5 Kilo Pulled Pork da...

Das glutenfrei Pulled Pork steht für die Salad Bowls bereit…

Marinieren des Pulled Pork – zwei Tage vor der Zubereitung

Bereitet als erstes das Rub zu. Hierfür vermengt ihr alle Gewürze in einem Schüsselchen oder Schraubglas miteinander. Das ein oder andere Rezept suggerierte mir, dass noch etwas vom Rub übrig bleiben würde. Tat es aber nicht.

Spült den kräftigen Schweinenacken ordentlich unter kaltem Wasser ab, trocknet ihn sanft ab und befreit ihn von Sehnen, Knochenresten und den härteren, dicken Fettschichten. Mein Schweinenacken war gut durchzogen und hatte äußerlich kaum zu entfernende Stellen.

Damit ihr nicht all zu viel Sauerei in eurer Küche hinterlasst, empfehle ich euch ein großes Holzbrett mit Frischhaltefolie zu beziehen und darauf den Schweinenacken zu legen. Pinselt diesen nun von einer Seite mit Senf dünn ein und reibt darauf kräftig die trockene Gewürzmischung ein. Dreht das gute Stück vorsichtig um und pinselt nun auch diese Seite dünn mit Senf ein und gebt das Rub ordentlich auf die Oberfläche.

Wickelt nun den Schweinenacken straff mit Frischhaltefolie ein und gebt ihn in eine Plastiktüte. So legt ihr ihn für die nächsten 36 Stunden (24 – 48 Stunden sind okay) in den Kühlschrank. In dieser Zeit nimmt das Fleisch die feinen Aromen der Gewürzmischung an.

Der Tag der Zubereitung – oder wie ich Achtsamkeit lernte

Am Tag der Zubereitung nehmt ihr morgens das Fleisch aus dem Kühlschrank und lasst es gut eine Stunde Zimmertemperatur annehmen. Ich habe es dafür wieder auf das Holzbrett gelegt. Sobald das Fleisch Zimmertemperatur erreicht hat. verseht ihr es mit dem Fleischthermometer und heizt den Ofen auf 110 Grad Ober-Unterhitze vor.

Füllt nun eine ofenfeste Auflaufform, die größer als das Schweinefleisch sein sollte, mit einem halben Liter Bier auf. Stellt diese Auflaufform nun auf ein Kuchenblech und schiebt es bei 110 Grad auf die unterste Schiene in den Backofen. Auf mittlerer Schiene folgt nun der Schweinenacken, den ihr auf ein Gitterrost legt.

Ihr seht: Der Schweinenacken liegt nackig auf dem Gitterrost, unter ihm ist die Auflaufform mit Bier und alles dünstet nun die nächsten Stunden vor sich her. Irgendwann wird das Schweinchen anfangen zu schwitzen und Saft abzusondern. Dieser wird in der Auflaufform sorgsam aufgefangen und kann später wieder über das Schweinchen gegeben werden.

Jetzt kommt der meditative Part, den Danja wie folgt beschreibt: Warten, warten, warten. Nach etwa drei Stunden sollte euer Schweinenacken eine Kerntemperatur von 65-70 Grad haben. Da jedes Fleisch und jeder Ofen anders ist, kann die Zeitangabe nur eine Richtlinie darstellen. Achtet also ab und an auf die Temperaturentwicklung. Ab dieser Kerntemperatur beginnt ihr das Fleisch regelmäßig, also alle halbe Stunde, mit dem Sud aus der Auflaufform zu bestreichen. Ich habe mir dafür extra ein Schüsselchen parat gestellt, in welches ich den Sud gegeben habe. So konnte ich die Auflaufform wieder unter das Schweinefleisch schieben, ehe ich es mit dem Sud übergossen und eingepinselt habe.

Gute Freunde, tolles Wetter und leckeres Essen - die Pulled Port Party wird ganz bestimmt wiederholt!

Hmmm…das glutenfreie Pulled Pork mit Pionier-Bier ging weg wie warme Semmeln. Nicht einmal drei Stunden später war nahezu alles verputzt.

Insgesamt wird es gute zehn Stunden dauern bis euer Schweinenacken gar und die gewünschte Temperatur von 88 – 90 Grad erreicht ist. Damit genug Flüssigkeit im Ofen verdampfen kann, gebt immer wieder etwas Bier in die Auflaufform nach, so dass ihr konstant auf gut 300 – 500 ml Flüssigkeit kommt. Zum Ende hin habe ich so gut fünf Flaschen Bier verbraucht. Das, was später an Sud übrig bleibt, wird unter das zerpflückte Fleisch gegeben. So bleibt es über Nacht schön saftig und verliert beim Erwärmen am nächsten Tag nichts von seiner Feuchtigkeit.

Behaltet während des Garens im Ofen das Fleischthermometer immer gut im Auge. Die Fleischtemperatur geht die ersten Stunden schnell hoch, erreicht dann aber ein Plateau, bei dem die Temperatur lange nicht ansteigt. Wundert euch also nicht all zu sehr, wenn sich eine Weile nichts tut.

Sobald euer Schweinenacken eine Kerntemperatur von 88 bis 90 Grad erreicht hat, ist das gute Stück gar. Ehe ihr den Schweinenacken aus dem Ofen nehmt (das Bedarf einer gewissen Kunst), richtet ihr am Besten euer Holzbrett mit einer Schicht Alufolie aus. Legt das Fleisch vorsichtig darauf und wickelt es gut in die Alufolie ein. Gebt es so eingewickelt noch einmal für mindestens eine Stunde in den ausgeschalteten Ofen, damit sich die Fleischsäfte setzen können.

Nach der Ruhephase nehmt ihr euren fluffigen Schweinenacken aus der Alufolie und verwandelt ihn zu feinem Pulled Pork. Rupft und zupft was das Zeug hält. Vorab habe ich den Sud aus der Auflaufform in eine andere Schüssel gegeben (und von dem schwimmenden Fettbläschen befreit), um die Auflaufform dann als „Auffangbecken“ für das gepullte Fleisch verwenden zu können. Denn genau hierin soll es am nächsten Tag im Ofen wieder aufgewärmt werden.

Das Zerpflücken des Schweinenackens war aus meiner Sicht mehr Arbeit als gedacht. Plant hierfür eine halbe Stunde ein. Minimum. Ich habe das Fleisch auf dem Holzbrett Faser für Faser voneinander gelöst und die stärkeren Fettstreifen aussortiert ehe ich das Gros an Fasern in die Auflaufform gegeben habe. Zuletzt habe ich den restlichen Sud unter das Fleisch gegeben und die Auflaufform mit Alufolie bedeckt in den bereits abgekühlten Ofen geschoben. Am nächsten Tag musste ich nur noch bei 110 Grad das Fleisch für 20 Minuten im Ofen aufwärmen.

Resteessen am Tag danach: Eine Salad Bowl mit glutenfreiem Pulled Pork und Bier von Pionier war noch übrig. Yummy!

Eine einzige Salad Bowl konnte ich mir am nächsten Tag noch mit dem glutenfreien Pulled Pork zu Mittag machen. Und ein Fläschchen Pionier gab es auch noch dazu. Hehe.

Nun habe ich in einer Tour von der Zubereitung des Pulled Pork gesprochen und euch ganz unterschlagen, dass ich in der Zwischenzeit einen Rotkohl-Orangen-Salat, einen Coleslaw, eine Mais-Salsa und einen Kuchen zum Nachtisch vorbereitet habe. Obendrauf habe ich mich um die Tischdeko und sauberes Geschirr und Besteck bemüht, eine Runde Netflix geschaut, auf der Couch gedöst, Musik gehört und, ehem, zwei Bierchen getrunken. Pionier sei Dank, war ja ausreichend da.

Am Ende des Tages war die Pulled Pork Party ein reines Gelage. Wir alle haben mehr gegessen als wir wollten und noch tagelang von dem leckeren Fleisch geschwärmt. Auch wenn die Zubereitung doch recht aufwändig war und so gar nicht zu meinem Küchenverhalten passt – es hat sich gelohnt und mir einen schönen, leckeren und urlaubsnahen Tag beschert. Danke, Pionier!


Zusatzangaben

Zeitaufwand // gering / mittel / hoch

Haltbarkeit // Tage / Wochen / Monate

Tiefkühlen // ja / nein

 

* Dieser Beitrag wurde durch Pionier unterstützt.

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